Glückliche Beziehung, aber nicht im Bett?

Romantische Filme leben es uns vor: Der Kuss im Regen, heißer Sex auf der Couch oder in der Dusche (like wtf), sinnliche Umarmungen im Bett und dann gemeinsames Einschlafen. Zu zweit, mit einem Lächeln im Gesicht und in Löffelchenstellung. Aber ganz ehrlich - LÖFFELCHENSTELLUNG BEIM EINSCHLAFEN???


Fremde Gliedmaßen und lauter Atem


Fremde Gliedmaßen (Arme in diesem Fall) unter meinem Kopf, unnatürliche Wärme eines fremden Körpers neben mir, lauter Atem in meinem Ohr oder gar in meinem Gesicht? Für mich, und ich bin doch sicher nicht die Einzige, klingt das furchtbar.


Mein Meter Platz


Ich bin in einer Beziehung, ich liebe meinen Freund, ich habe gerne Sex, ich kuschle teilweise auch gerne, aber ich hasse gemeinsames Arm-in-Arm-Einschlafen. Ich hasse es, wenn mein Partner zu nah an mir einpennt und mich mit seinem Atmen berührt. Ich liebe meine Bettseite, den einen Meter nur für mich. Doch lange dachte ich, ich bin nicht normal.

Meine Mama, deine Mama


Mein Ausgangspunkt: In meiner Bubble gibt es wenige Langzeitbeziehungen außer die meiner Eltern. Ich bin die Tochter meines Vaters und der liebt Kuscheln genauso wenig wie ich das gemeinsame Einschlafen. Ansonst besteht mein Freundeskreis aus Singles, Leuten mit Flings, Freunde mit On-Off-Beziehungen und vehementen Beziehungsverweigerern. Die Frage, ob es ihnen wohl auch so geht und ob sie lieber getrennte Betten hätten, stellt sich also nicht. (Fun Fact: Für meine Mama kommen getrennte Betten nicht in Frage.)


Bin ich normal?


Wohin also mit meiner Sorge? Ganz lange habe ich mich nicht getraut meinem Freund zu sagen, dass ich gerne allein schlafe. Dass ich gerne Platz im Bett habe. Dass es mir nichts ausmacht, wenn er auf dem Sofa einschläft. Ich dachte, er wäre verletzt oder enttäuscht. Oder er würde denken ich liebe ihn nicht. Doch falsch gedacht, denn wie so oft gilt: Communication is key.


Communication is key


Ihm zu erklären, dass er seine Seite und ich meine Seite habe. Dass er seinen Polster und ich meinen Polster nutzen soll. Dass Sex toll ist, gemeinsam Einschlafen aber nicht mein Ding, war ein sehr befreiendes Gefühl. Generell ist mir aufgefallen, seitdem ich dazu stehe, dass ich Kuscheln vor dem Einschlafen nicht mag - genauso wie viele Leute keinen Broccoli mögen, oder genauso, wie wenn jemand kein Eis mag- habe ich kein schlechtes Gewissen mehr. Ich schäme mich nicht mehr dafür und kann mit meinem Freund offen über meine Vorliebe sprechen.


Offen für alles


Wir bei pilo glauben, dass jeder seine Vorlieben hat, und das ist gut so. Jeder ist anders und wir sollten alle ein bisschen offener sein (if you want, make it sexual). Meine große Vorliebe ist es, alleine einzuschlafen – ohne Berührungen von Fremden, inklusive der meines Freunds. Deshalb, egal was mir Walt Disney und die Millionen anderer romantischer Filme vorleben, für mich gilt: My bed my rules.